Saponine
„Saponin“ leitet sich ab von lateinisch „sapo: Seife“, und sie wirken wie Seife- sie reinigen. Saponine setzen die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herab und ermöglichen so, dass sich bei Bewegung Wasser und Luft miteinander zu einer schäumenden Lösung mischen. Die dabei entstehende Blasenbildung führt zu einer Vergrößerung der Oberfläche und zu einer erhöhten Kontaktaufnahme verschiedener Stoffe miteinander. Aus diesem Grund verbessern sie die Aufnahme von Stoffen und schlecht resorbierbarer Arzneimittel (Saponine selbst werden normalerweise nicht resorbiert). Sie besitzen die Fähigkeit, Fette und ätherische Öle mit Wasser zu emulgieren und Suspensionen zu stabilisieren und sie erhöhen auf Grund ihres hohen Dispergiervermögens die Resorbierbarkeit vieler Nahrungs- und Arzneimittel (der saponinhaltige Spinat z.B. erhöht die Kalziumaufnahme im Körper).
Saponine schmecken kratzig und bitter und steigern den Tränenfluss. Pulverisierte Saponindrogen sind typische „Niespulver“ (z.B. schwarze Nieswurz). Sie verursachen Jucken und Niesreiz mit dem Gefühl, als ob sich alles Verhärtete lösen würde.
Wirkungen
Saponindrogen sind in ihrer Wirkung ausgesprochen vielfältig, sie sind noch lange nicht ausreichend erforscht.
Sie wirken:
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Expektorierend, sekretolytisch und sekretomotorisch, d.h. sie lösen den zähen Schleim in den Bronchien und verflüssigen ihn, so dass er besser abgehustet werden kann. Zugleich wird die Tätigkeit des Flimmerepithels gesteigert. Saponine, die in niedriger bzw. therapeutischer Dosis schleimlösenden Effekt haben, wirken in höherer Dosis Brechreiz auslösend, da es zu einer Magenschleimhautreizung kommt (Efeu, Schlüsselblume, Königskerze, Senegawurzel, Seifenkraut, Süßholz).
- Sie stimulieren die Schweißdrüsen und leisten daher bei grippalen Infekten und zur allgemeinen Entgiftung zusätzliche, wertvolle Dienste.
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Sie wirken außerdem allgemein sekretionsanregend, stoffwechselanregend, appetitsteigernd und abführend. Diese Wirkung erstreckt sich auf Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Niere. Wenn man heute saponinreiche Wildkräutersalate aus Gänseblümchen, Schlüsselblume, Veilchen und Vogelmiere genießt, so „reinigt“ man damit sein Blut.
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An der wassertreibenden Wirkung der Saponine sind auch Flavone oder ätherische Öle mitbeteiligt. Pflanzen: Birke, Goldrute, Hauhechel, Königskerze, Schachtelhalm, Stiefmütterchen.
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Gute bakteriostatische und auch antimykotische Wirkung besitzen Schlüsselblume, Efeu und Sarsaparille.
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Manche Saponine besitzen „Sonderwirkungen“, die sich auf spezielle Struktureigentümlichkeiten beziehen. Rosskastanien– und Mäusedornsaponine z.B. wirken ödemhemmend und venentonisierend. Sie werden bei chronisch venöser Insuffizienz mit schweren Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen und Beinschwellungen eingesetzt. Süßholzsaponine besitzen neben ihrer antiviralen Wirkung noch enzündungshemmende und antiulcerogene und glukokortikoidähnliche Wirkungen, Ginsengsaponine tonisieren und stimulieren das Immunsystem.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die hämolytisch wirkenden Saponine werden normalerweise nicht bzw. nur schwer aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. Allerdings können sie bei starker Überdosierung, offenen Wunden, innerer Blutungsneigung oder Entzündung im Bereich des Rachens oder der Verdauungsorgane vermehrt in die Blutbahn aufgenommen werden. Übelkeit, Erbrechen und Überreizungen der Schleimhäute sind dann zu erwarten. Im Vergiftungsfall kann es zu einer Hämolyse kommen.
Kontraindikationen sind Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, Reizdarm, Reizmagen.
Anwendungen
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Erkältungskrankheiten, Bronchitis: Efeu, Schlüsselblume, Königskerze, Gänseblümchen, Süßholz, Seifenkraut.
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Durchspülungstherapie bei Blasen-Nieren-Entzündungen: Birke, Goldrute, Hauhechel.
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Stoffwechselförderung, rheumatische Erkrankungen, Gicht: Birke, Goldrute, Stiefmütterchen.
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Chronisch venöse Insuffizienz: Mäusedorn, Rosskastanie.
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Magengeschwüre: Süßholzwurzel.
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Hautkrankheiten, Psoriasis: Sarsaparillewurzel, Stiefmütterchen.
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Nachlassende Konzentration und Leistungsfähigkeit: Ginseng.
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Zur besseren Resorption anderer Inhaltsstoffe- auch saponinhaltige Nahrungspflanzen wie Feldsalat, Spinat, Melde, Gänseblümchen, Hafer, Rüben, Mais, Spargel.
Saponine lösen Verhärtetes und schaffen Kontakt. So könnten Saponinpflanzen Menschen, die sich innerlich verhärten, zurückziehen und Kontakten aus dem Weg gehen helfen, sich von Altem abzulösen, „verkrustete“ Gefühlsstrukturen wieder zu beleben und neue Begegnungen einzugehen.
Pflanzen mit Saponinen
- Birke, Efeu, Gänseblümchen, Goldrute, Saat- Hafer, Königskerze, Mäusedorn, Mais, Meerzwiebel, Quecke, Rosskastanie, Waldsanikel, Sarsaparille, Schlüsselblume, duftende; Schwarzkümmel, echter; Seifenkraut, Sojabohne, Stiefmütterchen, Süßholz, Veilchen, wohlriechendes; Vogelmiere, Wundklee.